1. Das Warum? Die Mission.
Bevor ihr euch ins Social Media Game stürzt, müsst ihr euch klar machen, wofür eure Organisation im Kern steht. Warum ist euer Angebot relevant? Warum seid ihr besonders? Was treibt euch an?
Die Antworten auf diese grundlegenden Fragen sind die Voraussetzung für gutes Storytelling. Denn je genauer wir das Wieso, Weshalb und Warum definieren, desto besser können wir zielgerichtet kommunizieren und gleichzeitig eine spannende Geschichte erzählen. Eine Story, die nicht nur das Interesse der Öffentlichkeit weckt, sondern auch eine emotionale Bindung zwischen euch und eurem Publikum ermöglicht.
Die eigene Mission ist dabei immer das Fundament der Non-Profit-Kommunikation. So geben euch ein klar definiertes Mission Statement und eure Brand Story die Richtung vor. Das Ergebnis: Ihr kommuniziert über alle digitalen Kanäle plausibel, stringent und authentisch.
Verknüpft eure Mission dort aber eben auch schon früh mit Wirkung. Nicht nur „was wir tun“, sondern „was sich dadurch verändert“. Das können Outcome-Stories sein oder kleine, nachvollziehbare Wirkungsdaten, die ihr regelmäßig aktualisiert. So wird eure Story belastbar – und nicht nur emotional.
Wie erfolgreiches strategisches Storytelling für Non-Profits in der Praxis aussieht, könnt ihr in unserem Portfolio nachsehen. Dort findet ihr eine internationale Petitionskampagne, die wir für das ECCHR konzipiert und digital umgesetzt haben.
2. Das Wer? Die Zielgruppen.
Die Informationen und der Newswert sind da – dann nichts wie raus mit dem Posting? Ach, wenn’s nur immer so leicht wäre. Denn auch wenn der Newswert für einen selbst auf der Hand liegt und man die Relevanz des eigenen Themas erkennt, heißt das noch lange nicht, dass die Botschaft auch einen „echten“ Mehrwert für eure User:innen hat.
Denn bei Social Media geht es tatsächlich weniger darum, als Newsticker zu fungieren und eine Eilmeldung nach der nächsten in Echtzeit zu veröffentlichen. Stattdessen stehen kleine und große Heldengeschichten im Fokus, die eure Marketingbotschaften auf kreative Weise emotional vermitteln.
In dem Zusammenhang arbeiten wir auch gerne mit ☞ Persona-Konzepten, um die Weichen für zielgruppengerechte Kommunikation zu stellen. Noch nie eine Persona erstellt? Dann bucht doch einen REBELKO Persona Workshop mit unserer Chefstrategin Dr. Rebecca.

3. Das Wo? Die Plattformen.
Beim strategischen Storytelling für Non-Profits spielt das Wo eine genauso wichtige Rolle wie das Warum und das Wer. Denn ihr könnt euch die allerspannendste Story ausdenken – wenn diese nicht auf dem richtigen Kanal erzählt wird, kann sie auch nicht ihr ganzes Potenzial ausschöpfen.
Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Instagram und Facebook eignen sich gut dafür, um Dialoge zwischen eurer Organisation und den User:innen zu eröffnen. Ihr könnt euch mit Unterstützer:innen und Gleichgesinnten über Projekte, Inhalte und Fakten austauschen. 💬 Instagram, TikTok und YouTube lassen sich prima für die multimediale Kommunikation nutzen – dabei solltet ihr auf Snackable Content Wert legen und die jeweiligen Formate berücksichtigen. Für Stakeholder-, Partner- und Pressekommunikation ist LinkedIn weiterhin ein zentraler Kanal. Je nach Thema können außerdem Threads oder Bluesky als zusätzliche Touchpoints sinnvoll sein – aber nur, wenn ihr dort wirklich Resonanz und Gesprächsräume seht.
Für welche Plattformen ihr euch auch letztlich entscheidet, ihr solltet gemäß eurer Ziele, Zielgruppen und Ressourcen sondieren. Wie eure Postings und das entsprechende Storytelling dann konkret aussieht, ist wiederum von den Kanälen und den Nutzungsgewohnheiten euer Zielgruppen abhängig.
4. Das Was? Die Inhalte.
Informativ, lehrreich, unterhaltsam, involvierend, glaubhaft? – Das sind die ewigen Fragen. Um Inhalte auszumachen und leichter zu sondieren, hilft es meist, den Blick zu weiten und beispielsweise Mitarbeiter:innen, Ehrenamtler:innen oder externe Expert:innen einzubeziehen.
Schließlich geht es darum, das Profil der Organisation auf Instagram, Facebook, TikTok & Co. zu vermitteln und das Maximum aus der Story herauszuholen, sodass am Ende eine einzigartige Geschichte entsteht.
Aber es geht nicht nur um die Botschaft an und für sich. Die Kunst des Storytellings besteht darin, die Rezipient:innen in euren Bann zu ziehen und zu packen. Um Assoziationen zu wecken, haften zu bleiben und zum Mitmachen anzuregen, darf es nicht zu komplex sein. In diesem Sinne: „Keep it simple and stupid!“
Datengetriebene Geschichten sind keine „Zahlenfolien“, sondern Vertrauensanker. Spender:innen und Entscheider:innen wollen sehen, welche konkrete Wirkung entsteht. Baut deshalb einfache Datenvisualisierungen in eure Inhalte ein – und verknüpft sie mit einer Outcome-Story. Wichtig: Quelle transparent nennen und Zahlen nicht aufblasen – lieber klein, ehrlich, nachvollziehbar.
Und: Human first. Echte Menschen, lokale Perspektiven und kulturelle Tiefe machen eure Story glaubwürdig. Involviert Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Betroffene als Co-Storyteller – und nutzt UGC, wo es passt zB. in Form von Statements, kurzen Einblicken oder auch kleinen Clips.

5. Das Wie? Die Formate.
Ob auf Instagram, TikTok, LinkedIn, YouTube oder Twitch – eine medien- und zielgruppengerechte Aufbereitung der Story ist wichtig für den Erfolg in sozialen Medien. In der schillernden Social-Media-Welt darf es laut, kreativ, aktivistisch und abwechslungsreich zugehen.
Dabei solltet ihr versuchen, kurzweilige Formate zu etablieren, die eure Zielgruppen auf den jeweiligen Kanälen gut finden, die sie "abholen" und die zu eurer Organisation als Marke passen. Für schnelle Insights aus dem Alltag oder knackige Kommentare zum aktuellen Geschehen eignen sich beispielsweise kurze Videoclips als Reel, TikTok oder YouTube Shorts, während längere Interviews als mehrminütige Erzählformate oder informative Klickstrecken durchaus anders aufbereitet werden sollten.
Zudem können Podcasts, Audiogramme, interaktive GIFs, Memes oder Infografiken attraktiv sein und euer strategisches Storytelling unterstützen.
Tools wie Canva Magic Studio können euch bei Varianten, Layouts und schnellen Produktionsschritten wirkungsvoll unterstützen – gerade im Arbeitsalltag mit begrenzten Ressourcen. Wichtig ist dabei jedoch, klare Leitplanken zu setzen. Dazu gehören feste Prüfprozesse für Fakten, Quellen, Bildrechte und Freigaben ebenso wie ein bewusster Umgang mit sensiblen Inhalten.
Wenn KI-gestützte Inhalte öffentlich ausgespielt werden, gewinnen Transparenz und Nachvollziehbarkeit an Bedeutung. Der EU AI Act sieht hier u. a. vor, dass künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte als solche erkennbar sein müssen. Geht der Einsatz von KI darüber hinaus – etwa in Richtung Bewertung, Einordnung oder Profiling von Personen – sollten mögliche Risiken vorab geprüft und dokumentiert werden.
Kurz gesagt: KI kann Prozesse erleichtern – Verantwortung und Sorgfalt bleiben trotzdem menschliche Aufgaben.
Mag viel klingen? Ist es tatsächlich auch. Vor allem, wenn zu Beginn erst einmal ein tragfähiges Konzept herausgearbeitet werden muss. Falls ihr dabei Support braucht, stehen wir gerne strategisch und operativ zur Seite. Auf Wunsch kümmern wir uns um alle fünf strategischen Steps oder helfen euch bei der Entwicklung von passenden Social Media Designs. Meldet euch gerne per E-Mail bei uns.

Fazit
Natürlich gehört zu den 5 Schritten noch das gewisse Etwas dazu, um eure Botschaften noch effizienter und wirkungsvoller zu verbreiten. Eine Portion Kreativität und Uniqueness ist wichtig, damit ihr langfristig sichtbar bleibt und eure Zielgruppe mit eurem Content interagiert, was letztlich dazu beiträgt, eure wohltätigen Ziele zu erreichen.
Sichtbarkeit ist heute nicht nur „Algorithmusglück“, sondern auch Infrastruktur. Wer Wirkung zeigen kann, Menschen einbindet und gleichzeitig eigene Kanäle stärkt, bleibt stabil – auch wenn Plattformen sich drehen.
Ihr wisst, was euch besonders macht, braucht aber Hilfe, euer Alleinstellungsmerkmal überzeugend zu präsentieren? Gerne helfen wir euch dabei – sei es in Form einer Strategieentwicklung oder einer Beratung. Teilt uns gerne mit, worum es genau geht und nutzt gerne auch unseren Easy Projekt-Starter dafür. 👇
Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich am 30. Dezember 2024 verfasst und im Dezember 2025 überarbeitet.
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