Dieser Artikel ist schon ĂŒber 2 Jahre alt. Unter UmstĂ€nden kann das, worĂŒber wir geschrieben haben durchaus veraltet sein! đŸ˜‰ 


Neben Content Marketing ist es vielleicht das Buzzword der Stunde: Blogger Relations. Immer mehr Unternehmen und Organisationen suchen den Kontakt zu Bloggern, die sich genau in ihrem GeschĂ€ftsfeld tummeln, oder sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen bestens auskennen. Beide Seiten wollen von diesen Beziehungen profitieren – was auch durchaus vereinbar ist. Doch dazu bedarf es guter Recherche und einer konkreten Strategie, was mit den professionellen Blogger-Kontakten erreicht werden soll.

Das beste Argument fĂŒr Blogger Relations ist sicherlich die Reichweite. Angesehene Blogs haben eine enorm große Community. Sie veröffentlichen tĂ€glich interessante Inhalte sowohl im jeweiligen Blog als auch auf den zugehörigen Profilen in Social Networks wie Facebook, Twitter, Instagram etc. Durch ihre gute Vernetzung steigern sie die Aufmerksamkeit fĂŒr ihren Content und streuen die Informationen ĂŒber verschiedene Netzwerke, um eine möglichst große Leserschaft zu erreichen. Wem das in Deutschland aktuell am besten gelingt, zeigen die deutschen Blogcharts.

Ein weiteres Argument, sich als Unternehmen mit Blogs zu beschĂ€ftigen, ist ihre Funktion als unabhĂ€ngige Tester. GrundsĂ€tzlich schreiben sich die meisten Blogs UnabhĂ€ngigkeit und NeutralitĂ€t auf die Fahnen, auch wenn sie von Unternehmen exklusiv mit Informationen, TestgerĂ€ten, Reisen, etc. versorgt werden. Eine positive Bewertung aus dem Mund eines Bloggers, der sich durch seine Texte Anerkennung und Einfluss erarbeitet hat, ist oft mehr wert als jede ĂŒberschwĂ€ngliche KonzernĂ€ußerung zu einem neuen Produkt – Stichwort: Empfehlungs- bzw. Word-of-mouth-Marketing. Was dabei auch immer klarer wird: Blogger wollen umschmeichelt werden. Man muss den Influencern etwas bieten, um sie von einem Beitrag zu ĂŒberzeugen. Die Palette reicht hier von Einblicken ins Unternehmen, ĂŒber Einladungen zu Events bis hin zu Sachleistungen. Schließlich muss ein Notebooktester auch aus erster Hand wissen, worĂŒber er schreibt. Das ist keinesfalls negativ gemeint. Man sollte sich nur bewusst machen, dass erfolgreiche Blogger Relations ohne Ausgaben nicht funktionieren.

Bei den vielen Vorteilen ist dennoch auch Vorsicht angebracht. Oder besser gesagt: Vorarbeit. Blogger Relations sind ein tolles Kommunikations- & Marketinginstrument geworden und genau als das sollte man sie auch angehen. Die Auswahl der richtigen Blogs ist enorm wichtig. Daher gilt es zunĂ€chst, so viel zu lesen wie möglich. Hierbei sind einige Fragen zu klĂ€ren: Welche Blogger bindet man in die eigene Strategie mit ein? Ist ein Blog wirklich neutral oder wirken die Texte beeinflusst oder gar „gekauft”? Es muss also prinzipiell geklĂ€rt sein, was die Motivation hinter einem Blog ist. Ebenfalls nicht zu unterschĂ€tzen ist die Ressourcenfrage. Wie aufwendig ist die Kommunikation – vor allem als Vermittler – zwischen unabhĂ€ngigen Schreibern und dem Unternehmen mit einem konkreten Interesse? Auch das AbwĂ€gen zwischen der BeitragsqualitĂ€t und der puren Geschwindigkeit der Veröffentlichung stellt einen wichtigen Punkt dar. Konkret die Frage: Was ist mir wichtiger? Schnell eine große Zahl an Klicks zu generieren, oder die öffentliche Wahrnehmung meiner Marke? Auch hierbei sollte es nicht darum gehen, eine kritische Auseinandersetzung zu unterbinden. Der grĂ¶ĂŸte Fehler besteht darin, den Leser zu unterschĂ€tzen.

Diese Liste an grundsĂ€tzlichen Überlegungen vor dem Start eines Blogger Programms ist keineswegs vollstĂ€ndig, zeigt aber die grobe Richtung an. Bei konsequenter Umsetzung können Unternehmen und Organisationen auf der einen und Blogger auf der anderen Seite sehr gut voneinander profitieren. Wenn Blogs nicht einen plötzlichen und unerwarteten Imageverlust erleben, könnte 2014 eines ihrer besten Jahre werden.