So etwas wie die aktuelle Situation, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst wurde, hatten wir noch nie. Im Hauruck-Verfahren wurden in Unternehmen innerhalb von Stunden bis Tagen ganze GeschĂ€ftsablĂ€ufe und Workflows geĂ€ndert und angepasst. Auf einmal stellte sich nicht mehr die Frage nach einem möglichen Recht auf Home-Office, sondern zuhause zu arbeiten, wurde in den letzten drei Wochen zur Notwendigkeit
 Und das schon angefangen bei der Schließung von Kitas, Schulen und KindergĂ€rten.

Fragen ĂŒber Fragen

Plötzlich stellten sich Fragen, die selbst fĂŒr eine sehr digital aufgestellte Agentur nicht direkt zu beantworten waren: Welches Video-Konferenz-Tool nehmen wir? Probieren wir erst mal Videocalls in Slack? Haben alle ausreichend Internetgeschwindigkeit zuhause? Wie sieht es mit den Dateien aus laufenden Projekten aus? Wie tauschen wir die Daten untereinander aus ohne kompletten Zugriff auf die Agentur-Server? Was haben wir an Diensten und Software-as-a-Service schon in Benutzung, was brauchen wir noch? Was machen die Designer mit ihren Gigabyte an Daten? Was machen wir mit allen Dateien und Assets, wenn wir wieder unter einem Dach arbeiten?‹ Das sind Fragen, welche alle am Ende beantwortbar, aber innerhalb von zwei Tagen doch eine Herausforderung sind.

Arbeitsprozesse mal anders

„Sorry, ĂŒberlastet“ vs. "Sorry, ausverkauft"  – wohl dem, der in seiner Firma wenigstens schon eine VPN-Struktur und firmeneigene Laptops hatte und nicht jetzt erst IT-Dienstleister und Technik-Lieferanten in Anspruch nehmen musste. Insofern: Puh, GlĂŒck gehabt! Denn das mobile Arbeiten ist dem ein oder anderen bei uns schon vorher nicht fremd gewesen. Dementsprechend standen schon einige (Infra-)Strukturen, auf die wir zurĂŒckgreifen konnten.

Aber sicher ist sicher! Also haben wir zunĂ€chst einen Test gefahren. Bei uns gingen als Erstes die Pendler in die „Heimarbeit“, zwei Tage spĂ€ter dann (fast) die gesamte Agentur. Wieso nur fast? Da immer noch Post und Pakete eintreffen und auch sonst eine Vor-Ort-PrĂ€senz manchmal nötig ist, blieb und bleibt eine Person in der Agentur und arbeitet von dort aus. Zur Not lassen sich dann so auch vergessene Dateien noch hinterher schicken.

Planning is guessing – aber man kann sich gut aufstellen

Nach nahezu zwei Wochen im Home-Office, mit vielen virtuellen Daily Standups, Kurz-Meetings am Telefon und Kunden-Konferenzen ĂŒber Zeitzonen und RĂ€ume hinweg, stellen wir fest, dass New Work tatsĂ€chlich funktioniert. Nicht nur mehr schlecht als recht, sondern in vielen FĂ€llen sogar ziemlich gut. ‹Klar, nicht alles klappt direkt reibungslos, aber was am Anfang ungewohnt war, wird zur tĂ€glichen Routine – auch wenn hier und da feinjustiert werden muss.

Virtuell vs. Real – das war die falsche Frage

Man kann es jetzt radikal angehen und sich auf das virtuelle BĂŒro einschwören. Schließlich arbeiten einige Tech-Unternehmen ja schon lĂ€nger so, doch fĂŒr Werbe- oder Kommunikationsagenturen dĂŒrfte das Modell am Ende nicht zu 100% tragbar sein.‹ Was sich allerdings zeigt: Die vorher fĂŒr nicht möglich gehaltene FlexibilitĂ€t des eigenen Arbeitsplatzes ist sehr wohl da. Selbst in einem eng verzahnten Team – mit teils stark voneinander abhĂ€ngigen Workflows – lĂ€sst sich gut „remote“ arbeiten. Nicht immer, an jeder Ecke und nicht auf Dauer – aber Agenturen können sich durchaus an den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts anpassen!

Dieser Artikel ist schon ĂŒber 2 Jahre alt. Unter UmstĂ€nden kann das, worĂŒber wir geschrieben haben durchaus veraltet sein! đŸ˜‰