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Historische Social Media Projekte: Weltgeschichte mal anders

Das Social Web bietet uns eine FĂŒlle von Informationen. Doch angesichts des zahlreich zu findenden „Freizeit”-Contents in sozialen Netzwerken unterschĂ€tzen manche deren Informationswert – eigentlich schade, denn in Wahrheit haben Twitter, YouTube und Co. einiges zu bieten. Wem also reines Entertainment zu wenig ist, der kann jetzt beruhigt aufatmen und sich voll und ganz auf interaktive Geschichtsvermittlung einlassen. Schließlich gibt es mittlerweile schon eine Reihe von Social Media Projekten, die sich mit historischen Ereignissen befassen und bereits seit einiger Zeit weltgeschichtliche Themen aufarbeiten.

Was die Auseinandersetzung mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg anbelangt, scheint derzeit insbesondere Twitter eine Vorreiterrolle einzunehmen. Wie auch schon von anderen berichtet, geht der Account World War ll Today hier mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie kurzweilig und spannend geschichtliche Inhalte aufbereitet werden können. So gelingt es, die eigenen Follower in nur 140 Zeichen durch Zitate, Fakten, Bilder und Videos in eine andere Zeit zurĂŒckzuversetzen. Der Clou? @WW2Today informiert tagesaktuell, welche Ereignisse am heutigen Datum zu Kriegszeiten geschehen sind und schĂ€rft dadurch das historische Bewusstsein. Geschichte wird so zum Leben erweckt. Einen Ă€hnlichen Ansatz verfolgen auch die beiden KanĂ€le World History 101 und History in Pictures, bei denen interaktive AufklĂ€rungsarbeit in Echtzeit ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht.

Auch auf YouTube findet sich das ein oder andere fĂŒr historisch Interessierte. Beispielsweise finde ich den Kanal UnknownWW2InColor mit seinen Videos wirklich empfehlenswert. Denn die dort zu findenden Farbaufnahmen vermitteln die Ausmaße und Dimensionen des Zweiten Weltkriegs und bewegen den Zuschauer, weil eben nicht alles in schwarz-weiß dargestellt ist. Einen solch authentischen Einblick in die Geschichte und das Innenleben von Soldaten möchte auch ein neues Crowdsourcing-Projekt geben, auf das ich neulich – beim berĂŒhmt-berĂŒchtigten Plausch in der KaffeekĂŒche – aufmerksam gemacht wurde. Die Initiatoren von Operation War Diary rufen derzeit dazu auf, sich an der EntschlĂŒsselung von KriegstagebĂŒchern zu beteiligen. Denn auch heutzutage gibt es noch umfangreiches Quellenmaterial insb. von Zeitzeugen, das auf eine profunde Auswertung wartet, damit wir die Welt (von heute) ein bisschen besser verstehen.

„The story of the British Army on the Western Front during the First World War is waiting to be discovered in 1.5 million pages of unit war diaries. We need your help to reveal the stories of those who fought in the global conflict that shaped the world we live in today.”

Die Momentaufnahme zeigt: Das Netz ist keineswegs voller TrivialitĂ€ten. Alle Nase lang gibt es wieder neue spannende Projekte mit Informationsgehalt
 Die Geschichte lĂ€sst sich nun mal nicht anhalten – und das ist auch gut so.

 

Rebecca Belvederesi-Kochs