Dieser Artikel ist schon ĂŒber 2 Jahre alt. Unter UmstĂ€nden kann das, worĂŒber wir geschrieben haben durchaus veraltet sein! đŸ˜‰ 


Stefanie Phantasiename hat auf dem Profil von Marco Ausgedacht folgende Informationen bestÀtigt: Beratung, Social Media Marketing, Bötchenfahren.

Dass man seine Reputation verbessert, indem die eigenen Kenntnisse von anderen bestÀtigt und gleichzeitig sogar noch in deren Netzwerke weitergeteilt werden, ist eigentlich keine so schlechte Idee. In den Business-Networks XING und LinkedIn gibt es diese Funktion der BestÀtigung, aber bringt sie wirklich etwas, abgesehen von einer kurzfristig höheren Reichweite des eigenen Profils? Ich glaube kaum.

Hilft es mir, wenn 35 Personen eine – wie auch immer geartete – FĂ€higkeit bei jemandem bestĂ€tigt haben? Ist das besser, als die BestĂ€tigung bei jemand anderem von nur 14 Leuten? Der Erste hat aber 3.576 Kontakte, der Zweite ist nur mit 250 Personen verbunden. Kennen tut man diese alle nicht, von der Arbeit, die diese BestĂ€tigung nach sich gezogen hat, mal ganz abgesehen. Bei der Betrachtung der Zahlen folgt auf ein erstes „Oho!” also ganz schnell das „Ja und?”.

Meistens stehen wahrscheinlich die besten Absichten hinter der BestĂ€tigung einer Information, das soll hier gar nicht in Frage gestellt werden. Wenn man ordentlich gearbeitet hat, weiß der Kunde dies zu schĂ€tzen und ist oft auch gerne bereit, das öffentlich zu zeigen. Andersrum freut man sich natĂŒrlich auch, wenn die eigene Arbeit sichtbar wertgeschĂ€tzt wird. Das Problem ist: Der grundsĂ€tzlich gute Ansatz wird schnell zum großen virtuellen Eine-Hand-wĂ€scht-die-Andere. Ich bestĂ€tige bei dir X, du bei mir Y und dann haben wir beide höhere Werte. Das hat bestimmt etwas fĂŒr sich, aber sicherlich keine Aussagekraft.

Vieles von dem, was bei XING und LinkedIn steht, stimmt durchaus. In ihren Profilen in Business-Netzwerken geben Menschen FĂ€higkeiten und Kenntnisse an, die sie im Normalfall tatsĂ€chlich besitzen, bzw. zumindest von sich selbst behaupten, dass sie sie besitzen. Ob diese von einem, zehn oder einhundert Kontakten bestĂ€tigt wurden, spielt solange keine Rolle, bis man weiß warum das passiert ist. Die SeriösitĂ€t von Personen mit 15.000 Kontakten wird nicht dadurch erhöht, dass 200 davon die Qualifikation „Kontakte knĂŒpfen” bestĂ€tigt haben.

Fazit: Bewertet heißt noch lange nicht bewĂ€hrt. Eine persönliche Empfehlung, eine wohlmeinende ErwĂ€hnung oder eine aussagekrĂ€ftige Referenz auf der Homepage – das bleiben die Indikatoren fĂŒr die Reputation einer Person oder eines Unternehmens. Da helfen vorerst weder BestĂ€tigungen, noch andere Pluspunkte.

Norbert Windeck