Dieser Artikel ist schon ĂŒber 2 Jahre alt. Unter UmstĂ€nden kann das, worĂŒber wir geschrieben haben durchaus veraltet sein! đŸ˜‰ 


Wir wagen den Blick ĂŒber die Alpen zu unseren sĂŒdlichen Nachbarn, man macht jetzt in Social Media: Der Österreichische Bundeskanzler Werner Faymann prĂ€sentiert sich seit dem 26.10.2011 im Web 2.0.

Mit Hilfe eines neunköpfigen Teams will er in Zukunft die sozialen Medien nutzen, um mit seinem Wahlvolk in direkten Kontakt zu treten. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Plattformen fĂŒr das politische Marketing aktiviert. Faymann ist ab sofort unter bundeskanzler​.at sowie auf Facebook, YouTubeTwitter zu finden. Abgerundet wird die Social Media Offensive durch eine eigene iOS & Android App, mit deren Hilfe man in den Fußstapfen des Kanzlers wandeln kann. Dort sind alle Termine des Regierungschefs in einer Karte verzeichnet, man kann einen virtuellen Rundgang durch das Kanzleramt machen und den Behörden-Finder benutzen.

Was den Facebook-Auftritt angeht, so ist geplant, dass der Kanzler gelegentlich seinen Facebook-Auftritt selbst besuchen und auch mit Content versorgen wird. Ansonsten wird das Team Bundeskanzler unter dem KĂŒrzel (t.b.) die Fans mit Neuigkeiten versorgen. Die Social Media Beauftragte des österreichischen Kanzleramts zum eigenen Twitter-Account: „Sollte es sinnvoll erscheinen, könnte der Kanzler zukĂŒnftig auch persönlich twittern. Langwierige Konversationen mit dem oft diskussionsfreudigen Twitter-Publikum seien vorerst nicht geplant.” Kurz gesagt: Auf Twitter wird der Kanzler vorerst nicht selbst aktiv werden.
Erste Reaktionen in der Alpenrepublik gab es ĂŒbrigens schon im Vorfeld des Kampagnen-Starts. So twitterte @failmann sofort munter drauf los und parodierte den eigenen Landeschef.



Humor bewies das Bundeskanzler Social Media Team dadurch, dass es diesen Clip eines Satirikers kurz nach dem Onlinegang der Web 2.0‑Offensive selber teilte:

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Das Original des Videos ist ĂŒbrigens im offiziellen YouTube-Kanal zu finden.

Wir von Social Media Aachen haben uns gefragt: Muss man politischen EntscheidungstrĂ€gern, die den Schritt ins Web wagen, immer gleich skeptisch, schlimmstenfalls sogar höhnisch begegnen? Wir meinen: Nein! Warum: Genau das ist es doch, was wir alle immer fordern! Auch wenn viele die sozialen Medien missverstehen, muss zumindest aber Zeit & Raum eingerĂ€umt werden, um das Gegenteil beweisen zu können. Auch muss VerstĂ€ndnis dafĂŒr aufgebracht werden, dass ein Regierungschef nicht die Zeit hat, Marketing in eigener Sache auch selbst zu betreiben. Denn wĂŒrde er es tun, wĂŒrde sicherlich Kritik aus anderer Richtung ĂŒber ihn hineinbrechen: Hat der den nichts beseres zu tun, als stĂ€ndig in Facebook unterwegs zu sein? 

Zugegeben: 180.000 – 200.000€ fĂŒr die Kampagnenkosten ist ein stolzer Betrag, der auch einem anderen Verwendungszweck zugute hĂ€tte kommen können. Dennoch ist der Schritt in die digitale Öffentlichkeit begrĂŒĂŸenswert. Wir werden verfolgen, wie sich der Kanzler 2.0 in Social Media prĂ€sentieren wird – ganz besonders gespannt sind wir darauf, wie sich die Interaktion auf den verschiedenen Plattformen gestaltet.