Dieser Artikel ist schon ĂŒber 2 Jahre alt. Unter UmstĂ€nden kann das, worĂŒber wir geschrieben haben durchaus veraltet sein! đŸ˜‰ 


Das VerhĂ€ltnis zwischen Herstellern und Konsumenten hat sich mit dem Einzug des Internets in den Alltag verĂ€ndert. Ob auf eBay oder Amazon, immer mehr alternative Plattformen sorgen dafĂŒr, dass sich der Kunde von einseitigen Werbeversprechen befreit. Auch die Unsicherheit, die jeder Kaufentscheidung noch beiwohnt(e), wird mit jeder Onlinebewertung geringer. Wenn noch vor zehn Jahren die Garantieleistung die grĂ¶ĂŸte Absicherung gegen FehlkĂ€ufe war, hat sich heute die Kundenbewertung als die beste Absicherung durchgesetzt. Dies zeigen auch die Studien der Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung, die besagen, dass sich ĂŒber 90 % der Online-Shopper von Onlinebewertungen beeinflussen lassen und dass fĂŒr ĂŒber 70 % der Internetnutzer vor allem Kundenmeinungen besonders wichtig sind, wenn sie noch keine eigenen Erfahrungen gemacht haben.

Das Stichwort hier ist natĂŒrlich Vertrauen.

Jeder Hersteller verspricht logischerweise QualitĂ€t, VerlĂ€sslichkeit und eine schnelle, reibungslose Verkaufsabwicklung. Aber ob sich das auch nach dem Kauf bewahrheitet, ist damit noch nicht gesagt. Wenn ein Hersteller zuverlĂ€ssig ist und tolle Produkte anbietet, hat sich das schon immer herumgesprochen, bei schlechten Leistungen ebenso. Letzteres will man aus unternehmerischer Sicht natĂŒrlich vermeiden. Vor der Zeit von Amazon und Co. war schlechte Performance kurzlebig und – vor allen Dingen – auch schnell ĂŒberspielt. Die Auslieferung schlechter Ware konnte man als Produktanbieter gelegentlich hinnehmen, ohne dass der Ruf ĂŒbermĂ€ĂŸig darunter litt. Aber diese Zeiten sind nun definitiv vorbei.

Neben der ohnehin immer grĂ¶ĂŸeren Informations- und Kommunikationsmenge in den neuen Medien gewinnen gerade Onlinebewertungen rapide an Bedeutung. Als neue Form der Absicherung und Versicherung ergĂ€nzen sie die ĂŒblichen KanĂ€le der Kundengewinnung und ‑bindung. Neben dem klassischen Branding und externen QualitĂ€tszertifikaten sind Onlinebewertungssysteme eine relativ neue (und besonders gĂŒnstige) Alternative zur nachhaltigen Beziehungspflege und Neukundenakquise.

Dabei ist aber Onlinebewertung nicht gleich Onlinebewertung. Denn die Anbieter und Tools sind vielfÀltig und lassen sich vier unterschiedlichen Gruppen zuordnen:

Eingebettete Bewertungsanzeige im Shop:
Im Online-Angebot eines Shops gibt es eine Applikation fĂŒr Kundenbewertungen, die von externen Betreibern kontrolliert wird (bspw. Testeo​.de im T‑mobile shop).

Bewertungsportale:
Sind eigenstĂ€ndige Webseiten, wo Kundenerfahrungen mit Preisvergleichen gekoppelt werden (bspw. shopvote​.de).

PlattformabhÀngige Bewertungssysteme:
eBay und Amazon sind fĂŒr solche Bewertungssysteme die Paradebeispiele. Bei solchen Plattformen sollte man jedoch darauf achten, dass sie nur vertrauenswĂŒrdig sind, wenn sie selbst einen guten Ruf genießen.

Eigenprogrammierte Systeme:
Selbstprogrammierte Systeme existieren zwar, haben aber ein Problem mit der GlaubwĂŒrdigkeit, weil es keine Garantie dafĂŒr gibt, dass die Kundenbewertungen vollstĂ€ndig und echt sind, d.h. schlechte nicht gelöscht werden und die Bewertungen authentisch sind.

Zu allerletzt: NatĂŒrlich gibt es auch Versuche, Onlinebewertungen zu „verbessern” und Eigenbewertungen – mehr oder weniger – geschickt vorzunehmen. In vielen FĂ€llen werden diese allerdings durch aufmerksame User aufgedeckt und negativ kommentiert, was erst recht fĂŒr ein schlechtes Image sorgt. Deutschlandweit hat zuletzt der Fall von WeTab auf amazon​.de fĂŒr Furore gesorgt.