1. Versteht euch als eine (Spenden-)Brand
Ja, Deutschland ist das Vereinsland schlechthin und es gibt gemeinnützige Organisationen zuhauf. Sie konkurrieren nicht nur um Aufmerksamkeit, sondern vor allem um Vertrauen. Für potenzielle Spender:innen ist oft schwer nachvollziehbar, wofür einzelne Organisationen konkret stehen und worin sie sich unterscheiden. Umso wichtiger ist es, eine klare, eigenständige Marke aufzubauen – mit einem nachvollziehbaren Profil, klaren Werten und einer konsistenten Haltung zu eurem Thema.
Eine starke Non-Profit-Brand beantwortet zentrale Fragen: Wofür steht eure Organisation? Welches Problem adressiert ihr – und warum auf genau diese Weise? Was unterscheidet euch von anderen Initiativen? Diese Klarheit ist die Grundlage dafür, dass Menschen euch einordnen, wiedererkennen und langfristig unterstützen können.
Gerade im Online-Fundraising zahlt sich Markenstärke aus. Wer Vertrauen aufgebaut hat, wird nicht nur einmal unterstützt, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Dauer-Spenden sind für viele Organisationen ein zentraler Stabilitätsfaktor – sie entstehen dort, wo Marke, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zusammenspielen.
Ob in sozialen Medien oder auf der eigenen Webseite: Eine klare Markenbasis ist die Voraussetzung dafür, dass Kommunikation, Inhalte und Kampagnen strategisch entwickelt werden können. Sie gibt Orientierung – intern wie extern – und hilft dabei, Inhalte, Formate und Kanäle gezielt zu priorisieren. So wirken Fundraising-Maßnahmen nicht isoliert, sondern zahlen langfristig auf Vertrauen, Bindung und nachhaltiges Wachstum ein.

2. Content Marketing mit der 80-20-Regel
Sich über Inhalte zu positionieren, ist gerade im Non-Profit-Marketing ein Muss, um langfristig Spender:innen zu gewinnen. Immerhin wird nur gespendet, wenn man weiß, was ihr tut und warum eine Geld- oder Sachspende so dringend benötigt wird. Gutes Content Marketing, das auf Instagram, Facebook, LinkedIn, YouTube, TikTok & Co. abwechslungsreich über genau eure Themen informiert, ist perspektivisch enorm wichtig fürs Fundraising. Allerdings ist das eine mittel- bis langfristige Maßnahme. Denn allein mit guten Inhalten ist eben noch kein hohes Spendenaufkommen garantiert.
Deswegen müssen zwischendurch gezielte Spendenaufrufe eingebunden werden. Hier empfehlen wir in unseren Sparrings, Workshops und Beratungen immer nach dem Pareto-Prinzip vorzugehen. Das bedeutet: 80 % eures Contents sollte nützlich, interessant und von (emotionalem) Mehrwert für eure Zielgruppe sein. Euer Content sollte idealerweise nur zu 20 % aus direkten Appellen bestehen, wie beispielsweise Aufforderungen zum Mitmachen oder Spenden. Wenn ihr jedoch in einem Beitrag explizit zum Spenden aufruft, sollte dieser Beitrag ausschließlich diesem Zweck dienen. Insbesondere der Spenden-Content muss im Newsfeed hervorstechen, eindeutig gestaltet und klar formuliert sein, um die Spender:innen zu erreichen.
Was heute zusätzlich den Unterschied macht: Video-Storytelling (Reels, Shorts, kurze Statement-Clips), wiedererkennbare Serien (z. B. „1 Minute Wirkung“, „Projekt-Update“, „Mythos vs. Fakt“) und Outbound-Engagement. Heißt: nicht nur posten, sondern gezielt kommentieren, DMs sinnvoll nutzen, Partner-Accounts einbinden und dort präsent sein, wo eure Zielgruppen ohnehin diskutieren. Und: Zeigt Wirkung. Spender:innen reagieren stärker, wenn sie konkret verstehen, was ihr mit X Euro bewirkt – mit Beispielen, Zahlen, Vorher-Nachher-Logik oder kurzen Outcome-Stories.
Arbeitet am besten mit einem individuellen Redaktionsplan für Social Media und andere Online-Medien, damit die Themen und Formate ausgewogen arrangiert werden. Gepaart mit einem prägnanten und einzigartigen Social Media Design könnt ihr so aus der Masse herausstechen, im Feed auffallen, die volle Aufmerksamkeit bündeln, Interesse erzeugen, zum Handeln anregen und im Gedächtnis der Zielgruppe haften bleiben. Wie das in der Praxis aussieht? Schaut euch bspw. unsere Referenz für die Non-Profit-Organisation CI Romero e.V. im Portfolio an.
Mehr Input gefällig?
Unsere Chefstrategin Dr. Rebecca gibt in diesem YouTube-Video noch paar Hilfestellungen und klärt über die Zusammenhänge zwischen Social Media und Spenden-Gewinnung auf.

3. Ausdauer beweisen - mit Redaktionsplan und ausdrucksstarken Inhalten
Soziale Medien eignen sich für gemeinnützige Organisationen und Institutionen bestens, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Markenbekanntheit zu steigern. Organische Social Media Kommunikation, also ohne Anzeigen-Budget, ist jedoch ein langfristiges Investment. Wer Social Media Fundraising erfolgreich betreiben möchte, sollte daher auf Ausdauer, Planung und verlässliche Wachstumsstrategien setzen – und sich früh Gedanken darüber machen, wie aus anfänglicher Sichtbarkeit später auch konkrete Unterstützung entstehen kann.
Insofern nicht Soforthilfe aufgrund einer Katastrophe oder ein jüngst entfachten Krisenfalls gefragt ist, sind soziale Medien eher im Top-Funnel angesiedelt. Das heißt, dass ihr über soziale Medien in der Regel eine gute Sichtbarkeit und Reichweite erzielen könnt. Ihr werdet im Newsfeed der Nutzer:innen regelmäßig angezeigt, erzeugt einen seriösen Eindruck und bleibt ihnen als Organisation im Gedächtnis. Allerdings müsst ihr diese Reichweite aktiv dazu nutzen, um die Social Media Community zum Spenden zu bewegen und bspw. auf eure Webseite zu führen.
Und genau da hakt es meist, sodass bezahlte Werbeanzeigen zum Einsatz kommen müssen. Oft ist es nämlich schwierig, diese Reichweite organisch zu erreichen und die User:innen zu Spender:innen zu konvertieren, und deshalb greifen viele auf bezahlte Werbung zurück. Durch digitale Anzeigen-Kampagnen könnt ihr jedoch mehr Menschen erreichen, Unterstützer:innen gewinnen und eure Spenden-Zielgruppe konkret ansprechen, und das oft zu vergleichsweise geringen Kosten. Doch bei der Planung von Non-Profit-Organisation-Anzeigen gibt es spezielle Logiken und Regeln, auf die wir noch zu sprechen kommen.
„Social Media Reichweite allein ist noch kein Erfolgsindikator. Viele Organisationen unterschätzen, wie viel Klarheit es in der Content-Strategie braucht – und dass smarte Prozesse und Workflows dabei entscheidend sind. Wer weiß, wofür er sichtbar sein will und was daraus entstehen soll, schafft bessere Voraussetzungen für nachhaltiges Fundraising.“

4. Social Media Ads fürs Fundraising einsetzen
Wie gerade erwähnt sind die "Gratis"-Reichweiten in den letzten Jahren bei allen Social Media Anbietern, selbst bei TikTok, drastisch gesunken. Das stellt natürlich Non-Profit-Organisationen, NGOs, Vereine und andere gemeinnützige Einrichtungen vor große Herausforderungen. Um diesen Trend entgegenzuwirken, sind bezahlte Anzeigen im professionellen Non-Profit-Marketing unverzichtbar.
Das Gute ist allerdings: Im Vergleich zu anderen Werbemaßnahmen sind Social Media Ads, ebenso wie Google Ads, immer noch extrem kostengünstig. Bei Google hat man sogar die Möglichkeit, sich als Organisation für das sog. Google Ad Grants Programm zu akkreditieren und 10.000 $ pro Monat an Werbegeldern kostenfrei abrufen zu können, wenn einige wesentliche Bedingungen erfüllt sind und bspw. das Google Ad Tag reibungslos auf eurer Webseite installiert werden konnte. 🤝 Gerade im Fundraising ist das eine willkommene Alternative, um die klassische Suchintention konkret abzuholen – also Menschen anzusprechen, die bereits aktiv nach Lösungen, Hilfe, Spendenmöglichkeiten oder eurem Thema suchen.
Die Erstellung von Social Media Anzeigen insbesondere über den Meta Werbeanzeigen-Manager für Facebook, Instagram & Co. ist ebenfalls anspruchsvoll, weil sowohl Know-how als auch eine gewisse Routine bei der Schaltung gefragt ist. Das bedeutet konkret: Ad Management erfordert strategisches Wissen, ein sauberes Setup, ein gutes Verständnis für Zielgruppen sowie Erfahrung mit Creatives, Landingpages und Conversion-Strecken.
Für Verantwortliche in Fundraising, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit ist das im Alltag oft schwer zu leisten. Das wissen wir aus der Praxis nur zu gut, weil wir seit Jahren Organisationen, Vereine und Initiativen begleiten. Dabei helfen wir ihnen, digitale Kampagnen wirkungsvoll aufzusetzen und zu gestalten – von Spendenaufrufen bis hin zu langfristigem Community-Aufbau.
Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen für Paid Advertising kontinuierlich. Regulatorische Vorgaben, Plattformrichtlinien und Datenschutzanforderungen führen dazu, dass bestimmte Themen oder Formate auf einzelnen Plattformen eingeschränkt oder gar nicht mehr bewerbbar sind. Das betrifft insbesondere gesellschaftliche, politische oder advokatorische Inhalte, die je nach Plattform unterschiedlich eingeordnet werden. Für Non-Profits bedeutet das: Fundraising-Strategien dürfen sich nicht auf einen einzelnen Kanal verlassen.
Für die Praxis heißt das: Plant Kampagnen von Anfang an plattformübergreifend. Neben Social Media (Ads) können Google Ads, Suchanzeigen, YouTube-Fundraising-Formate, Newsletter, eigene Communities oder Peer-to-Peer-Fundraising-Plattformen eine zentrale Rolle spielen – oft mit mehr Kontrolle über Daten, Zielgruppen und Learnings. Je nach Organisation und Zielsetzung ist ein intelligenter Mix deutlich nachhaltiger als der Fokus auf einen einzelnen Werbekanal.
Unabhängig vom Kanal gilt jedoch: Paid Fundraising ist kein Selbstläufer. Erfolgreiche Kampagnen basieren auf klar definierten Zielen und Botschaften, auf überzeugenden Landingpages und Creatives und zudem auf kontinuierlichen Verbesserungen. Gerade im Non-Profit-Bereich sind realistische Erwartungen, datenbasierte Entscheidungen und iterative Optimierung entscheidend, um Zielgruppen nachhaltig für sich zu gewinnen.
5. Sichtbarkeit schaffen – mit klarer Positionierung und konsistenter Gestaltung
Menschen spenden nicht für Logos oder Absender – sie spenden für Anliegen, denen sie vertrauen. Deshalb funktioniert Fundraising dann am besten, wenn Organisationen sichtbar, greifbar und einordbar sind. Das gelingt, indem ihr eure Arbeit nicht abstrakt erklärt, sondern konkret zeigt: über Menschen, Projekte, Entscheidungen und Wirkung.
Stellt Mitarbeitende, Ehrenamtliche oder Unterstützer:innen gezielt in den Mittelpunkt. Nicht zufällig, sondern entlang einer klaren Kommunikationslogik: Wer spricht? Wofür steht diese Person? Und welche Rolle spielt sie in eurer Gesamtgeschichte? Video-Formate wie kurze Statements, Projekt-Updates, Interviews oder Event-Eindrücke eignen sich besonders gut, um Nähe herzustellen – vorausgesetzt, sie sind strategisch eingebettet und gestalterisch sauber umgesetzt.
Wichtig ist dabei nicht die einzelne Plattform, sondern die Konsistenz eurer Kommunikation. Social Media, Website, Newsletter, Printmaterialien oder Kampagnenflächen sollten visuell und inhaltlich zusammenspielen. Ein wiedererkennbares Design, klare Bildwelten und verständliche Botschaften schaffen Orientierung – und genau diese Orientierung ist eine zentrale Voraussetzung für Vertrauen und Spendenbereitschaft.
Ein zusätzlicher Wirkungsverstärker: Bezieht eure Community aktiv ein. Mitarbeitende, Ehrenamtliche oder Unterstützer:innen als Absender:innen erhöhen Glaubwürdigkeit und Reichweite, wenn sie nicht instrumentalisiert werden, sondern in ein stringentes Kommunikationskonzept eingebunden sind. Auch Kooperationen mit passenden Creator:innen können sinnvoll sein – vorausgesetzt, Story, Tonalität und Zielsetzung sind sauber definiert.
Und zuletzt – ganz pragmatisch: Fundraising braucht Klarheit. Wer möchte, dass gespendet wird, muss das auch eindeutig sagen. Klare Call-to-Actions, verständliche Texte und visuell erkennbare Spendenanlässe sind keine platte Werbung, sondern Service. Je schneller Nutzer:innen verstehen, was gebraucht wird und warum, desto eher handeln sie. 🙂 Im Übrigen haben wir für die KI-unterstützte Texterstellung in sozialen Medien auch dieses passende Hands-on-Webinar, das von unserer Geschäftsführerin Dr. Rebecca geleitet wird.
Fazit: Digitale Fundraising-Strategien
Erfolgreiches Social Media Fundraising entsteht nicht durch einzelne Posts oder kurzfristige Spendenaufrufe. Es ist das Ergebnis aus klarer Positionierung, konsistenter Kommunikation, relevanten Inhalten und einer realistischen Einschätzung der jeweiligen Kanäle. Wer Social Media strategisch denkt – als Zusammenspiel aus Marke, Content, Gestaltung und Aktivierung – schafft Vertrauen, Sichtbarkeit und langfristige Spendenbeziehungen.
Ihr wollt eure Fundraising-Aktivitäten weiterentwickeln? Es könnte noch runder laufen? Dann lohnt sich der Blick von außen. Ob Strategie, Content, Gestaltung oder konkrete Kampagnen: Teilt uns gerne per E-Mail oder über den Easy Projekt-Starter mit, wobei ihr genau Unterstützung braucht – und wir schauen, wie wir euer digitales Fundraising voranbringen können. ☺️
Hinweis: Dieser Artikel zum Thema Social Media Fundraising wurde ursprünglich 2020 verfasst und im Dezember 2025 überarbeitet.
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