Vorbereitung: Warum gute Aufnahmen lange vor dem Gespräch beginnen
Der wichtigste Teil jeder Remote-Aufnahme findet nicht während des Interviews statt, sondern davor. Viele Probleme entstehen, weil Technik erst im letzten Moment überprüft wird oder grundlegende Dinge übersehen werden – etwa ein leerer Akku, instabiles WLAN oder nicht getestete Software.
Eine strukturierte Vorbereitung sorgt dafür, dass die Aufnahme ruhig startet und das Gespräch nicht von technischen Unterbrechungen geprägt wird. Wer vorbereitet ist, kann sich auf Inhalte konzentrieren und wirkt automatisch souveräner. Gerade bei Remote-Formaten ist Vorbereitung kein Zeichen von Perfektionismus, sondern von Professionalität.
Checkliste
- Internetverbindung testen
- Laptop ans Stromnetz anschließen
- Betriebssystem und Software aktualisieren
- Aufnahmeplattform vorab öffnen
- Kopfhörer oder Headset aufladen
- Ruhigen Raum organisieren
Praxis-Tipps
- Technik-Check idealerweise am Vortag
- Wenn möglich LAN-Kabel statt WLAN nutzen
- Alles bereitlegen, bevor die Aufnahme startet

Firmen-Laptops & Büro-Netzwerke: Wenn Sicherheit zur Hürde wird
Ein Thema, das in den letzten Jahren stark zugenommen hat, sind technische Einschränkungen durch Firmen-Laptops und Unternehmensnetzwerke. Diese Systeme sind auf Sicherheit optimiert – nicht auf Medienproduktionen. Genau hier entstehen häufig Probleme, die erst kurz vor oder sogar während der Aufnahme auffallen.
Bestimmte Browser sind vorgegeben, VPNs laufen dauerhaft im Hintergrund oder Firewalls blockieren externe Plattformen. Für klassische Büroarbeit ist das unproblematisch, für Remote-Interviews jedoch oft kritisch.
Browserbasierte Aufnahmetools wie Riverside oder Adobe Podcast benötigen uneingeschränkten Zugriff auf Kamera, Mikrofon und stabile Upload-Verbindungen. Werden diese blockiert, lässt sich das meist nicht spontan lösen.
Typische Einschränkungen
- Vorgeschriebene oder gesperrte Browser
- Aufnahmeplattformen benötigen Chrome oder Firefox
- Aktive VPNs oder Content-Blocker
- Gesperrte Uploads im Unternehmensnetzwerk
Praxis-Tipps
- Plattform unbedingt vorab im Büro-Netzwerk testen
- VPNs & Browser-Erweiterungen testweise deaktivieren
- Wenn möglich: privates WLAN oder privaten Rechner nutzen
Ihr braucht noch Unterstützung beim Umgang mit Riverside, Adobe Podcast oder auch dem Setup über Zoom & Co.? Wir helfen euch gerne dabei und zeigen euch in einer Session alles Nötige, was man wissen muss. Gerne helfen wir euch auch beim idealen Setup in einer kurzen Session.
Schreibt uns einfach gerne eine Mail.
Der richtige Raum: Akustik entscheidet über Professionalität
Ein häufiger Fehler bei Remote-Aufnahmen ist die Wahl des falschen Raumes. Viele gehen davon aus, dass ein großes, helles oder „repräsentatives“ Zimmer automatisch besser geeignet ist. In Wahrheit verhält es sich oft genau umgekehrt.
Große, leere Räume mit harten Oberflächen erzeugen starken Hall. Dieser lässt Stimmen dünn, weit entfernt und unprofessionell wirken. Kleine, möblierte Räume hingegen schlucken Schall und sorgen für einen warmen, direkten Klang.
Der Raum ist damit ein entscheidender Teil des Audio-Setups – ganz ohne zusätzliche Technik.
Grundregeln
- Ruhiger Raum
- Fenster und Türen geschlossen
- Keine laufenden Geräte
Praxis-Tipps
- Vorhänge zuziehen
- Teppich oder Decke auf den Boden legen
- Kissen, Jacken oder Polstermöbel im Raum verteilen

Audio-Setup: Warum guter Ton wichtiger ist als jedes Bild
Guter Ton ist das Fundament jeder Podcast- oder Interviewaufnahme. Zuschauer und Hörer sind bereit, bei der Bildqualität Abstriche zu machen – bei schlechtem Ton jedoch schalten viele sofort ab.
Zischende Stimmen, Hall, Echo oder Hintergrundgeräusche wirken anstrengend und mindern die Glaubwürdigkeit des gesamten Formats. Dabei lässt sich mit vergleichsweise einfacher Technik bereits ein großer Qualitätssprung erzielen.
Beste Wahl
USB-Mikrofone wie...
- Blue Yeti
- Rode NT-USB
- Shure MV7+
Gute Alternativen
Hochwertige Headsets...
- Apple AirPods Max
- Sony WH-1000XM4
Mindestens akzeptabel
- Earbuds mit integriertem Mikrofon
🚫 Nicht empfohlen:
- Laptop-Mikrofon
- Lautsprecher ohne Kopfhörer
Praxis-Tipps
- Mikrofon etwa eine Handbreit vom Mund entfernt
- Je nach Mikro-Art, entweder leicht seitlich oder frontal ins Mikro sprechen
- Kopfhörer tragen
Video-Setup: Warum Natürlichkeit besser wirkt als Perfektion
Ein gutes Video muss nicht perfekt ausgeleuchtet oder technisch aufwendig sein. Viel wichtiger ist ein ruhiges, stabiles Bild, das Nähe schafft und den Fokus auf die sprechende Person legt.
Falsch positionierte Kameras – zu tief, zu hoch oder seitlich – wirken schnell unvorteilhaft und distanziert. Mit wenigen Handgriffen lässt sich hier bereits viel verbessern.
Empfehlungen
- Externe Webcam (z. B. Logitech Brio, C920)
- Alternativ: Laptop-Kamera
Praxis-Tipps
- Bücher unter den Laptop legen, bis die Kamera passt
- Kamera leicht über Augenhöhe platzieren
- Bildschirm nah an die Kamera ziehen
Positionierung
- Kamera auf Augenhöhe
- Schultern und oberer Oberkörper sichtbar
- Abstand etwa eine Armlänge

Hintergrund: Warum das Umfeld die Wirkung massiv beeinflusst
Der Hintergrund ist mehr als nur „das, was hinter einer Person passiert“. Er transportiert unbewusst Professionalität, Ruhe und Glaubwürdigkeit – oder eben Unruhe und Ablenkung.
Ein unaufgeräumter Hintergrund lenkt Aufmerksamkeit vom Gespräch ab. Zu sterile oder künstliche Hintergründe wirken hingegen distanziert. Ziel ist ein natürlicher, ruhiger Rahmen, der nicht vom Inhalt ablenkt.
Empfehlung
- Aufgeräumt, ruhig, nicht überladen
- Etwas Tiefe im Raum
- Keine beweglichen Elemente
🚫 Vermeiden:
- Virtuelle Hintergründe
- Spiegel
- Stark gemusterte Wände
Praxis-Tipps
- 1–2 bewusste Elemente reichen völlig
- Abstand zur Wand schaffen
- Kamera-Vorschau vorab prüfen
Beleuchtung: Der größte Hebel für ein gutes Bild
Licht entscheidet darüber, ob ein Bild freundlich, klar und professionell wirkt oder müde und flach. Dabei braucht es keine aufwendigen Lichtsets – entscheidend ist die Richtung und Weichheit des Lichts.
Gesichter sollten von vorne oder leicht seitlich beleuchtet sein. Licht von oben oder von hinten erzeugt unvorteilhafte Schatten oder Silhouetten.
Optimales Setup
- Weiches Licht von vorne oder leicht seitlich
- Ring-Light oder LED mit Softbox
- Fenster mit Gardine
🚫 No-Gos:
- Fenster im Rücken
- Nur Deckenlicht
- Direktes Sonnenlicht
Praxis-Tipps
- Licht leicht über Augenhöhe platzieren
- Gardine als Diffusor nutzen
- Tischlampen kann man mit günstigen Diffusor-Folien weicher machen

Kleidung & Auftreten: Ruhige Bilder wirken professioneller
So wichtig Technik, Licht und Bildausschnitt auch sind – am Anfang steht immer etwas ganz anderes: sich wohlzufühlen. Denn ein entspanntes Gespräch entsteht nur dann, wenn sich die sprechende Person sicher, bequem und authentisch fühlt. Genau das überträgt sich unmittelbar auf Stimme, Körpersprache und Präsenz vor der Kamera.
Kleidung und Auftreten sollten daher nicht primär nach strengen Regeln gewählt werden, sondern nach dem Prinzip: Was unterstützt ein ruhiges, natürliches Auftreten? Wer sich in seiner Kleidung unwohl fühlt, wirkt schneller angespannt oder unruhig – selbst bei perfektem Setup.
Gleichzeitig haben Kleidung und Körpersprache natürlich Einfluss auf die Bildwirkung. Ziel ist ein stimmiges, ruhiges Gesamtbild, das den Inhalt unterstützt und nicht vom Gesagten ablenkt. Weniger Ablenkung im Bild sorgt dafür, dass sich Zuschauer und Zuhörer ganz auf das Gespräch konzentrieren können.
Empfehlungen
- Kleidung wählen, in der man sich sicher und wohl fühlt
- Einfarbige, ruhige Farben bevorzugen
- Keine stark reflektierenden Materialien
- Keine raschelnden Stoffe
Praxis-Tipps
- Outfit kurz vor der Kamera testen: Wirkt es ruhig?
- Bequem sitzen, Füße flach auf dem Boden
- Ruhige Bewegungen – Gelassenheit überträgt sich
Kurz vor der Aufnahme: Die letzten Minuten entscheiden
Kurz vor dem Start lohnt sich ein letzter bewusster Moment. Kleine Anpassungen sorgen dafür, dass die Aufnahme ruhig beginnt und nicht von Hektik geprägt ist.
Letzter Check
- Programme schließen
- Smartphone stummschalten
- Wasser bereitstellen
- Kamera- und Licht prüfen
Praxis-Tipps
- Stilles Wasser im Glas
- Kurz durchatmen & aufrichten
- Einen Testsatz laut sprechen

Fazit: Technik ist Mittel zum Zweck
Ein gutes Remote-Interview entsteht nicht durch teure Ausrüstung, sondern durch klare Vorbereitung, bewusstes Setup und ruhige Rahmenbedingungen. Technik sollte unterstützen, nicht dominieren.
Wer diese Grundlagen berücksichtigt, schafft optimale Voraussetzungen dafür, dass Inhalte, Stimmen und Persönlichkeiten wirken können – genau darum geht es bei Podcasts und Interviews.
Ihr möchtet diese Punkte noch einmal vertiefen und ein Profi für Remote-Interviews & Podcasts werden? Wir helfen euch gerne dabei und unterstützen euch als Sparringspartner bei euren Aufnahmen. Schreibt uns einfach gerne eine Mail. 😊
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