Viele fragen sich, wie man mit überschaubarem Aufwand professionelle Audio- und Videoaufnahmen machen kann. Denn Remote-Interviews, Podcasts und Videoformate sind heute aus der Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Ob Content Creator, Unternehmen, Journalist:innen oder Selbst­stän­di­ge – Gespräche finden zunehmend ortsunabhängig statt. Das spart Zeit, senkt Kosten und eröffnet neue Möglichkeiten für spannende Gäste und Perspektiven.
Gleichzeitig zeigt die Praxis: Die Qualität vieler Remote-Aufnahmen bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. Nicht wegen fehlender Inhalte oder schlechter Gespräche, sondern wegen vermeidbarer technischer und räumlicher Probleme. Schlechter Ton, ungünstiges Licht oder ein ab­len­ken­der Hin­ter­grund wirken schnell unprofessionell – selbst dann, wenn das Gespräch inhaltlich überzeugt.
Die gute Nachricht: Für ein hochwertiges Setup braucht es weder ein Studio noch teures Spezial-Equipment. Ent­schei­dend sind grundlegendes Verständnis, bewusste Ent­schei­dun­gen und ein wenig Vorbereitung.

Vor­be­rei­tung: Wa­rum gu­te Auf­nah­men lan­ge vor dem Ge­spräch be­gin­nen

Der wichtigste Teil jeder Remote-Aufnahme findet nicht während des Interviews statt, sondern davor. Viele Probleme entstehen, weil Technik erst im letzten Moment überprüft wird oder grundlegende Dinge übersehen werden – etwa ein leerer Akku, instabiles WLAN oder nicht getestete Software.

Eine strukturierte Vorbereitung sorgt dafür, dass die Aufnahme ruhig startet und das Gespräch nicht von technischen Unterbrechungen geprägt wird. Wer vorbereitet ist, kann sich auf Inhalte konzentrieren und wirkt automatisch souveräner. Gerade bei Remote-Formaten ist Vorbereitung kein Zeichen von Perfektionismus, sondern von Professionalität.

Checkliste

  • Internetverbindung testen
  • Laptop ans Stromnetz anschließen
  • Betriebssystem und Software aktualisieren
  • Aufnahmeplattform vorab öffnen
  • Kopfhörer oder Headset aufladen
  • Ruhigen Raum organisieren

Praxis-Tipps

  • Technik-Check idealerweise am Vortag
  • Wenn möglich LAN-Kabel statt WLAN nutzen
  • Alles bereitlegen, bevor die Aufnahme startet
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Fir­men-Lap­tops & Bü­ro-Netz­wer­ke: Wenn Sich­er­heit zur Hür­de wird

Ein Thema, das in den letzten Jahren stark zugenommen hat, sind technische Ein­schrän­kun­gen durch Firmen-Laptops und Unternehmensnetzwerke. Diese Systeme sind auf Sicherheit optimiert – nicht auf Medienproduktionen. Genau hier entstehen häufig Probleme, die erst kurz vor oder sogar während der Aufnahme auffallen.

Bestimmte Browser sind vorgegeben, VPNs laufen dauerhaft im Hintergrund oder Firewalls blockieren externe Plattformen. Für klassische Büroarbeit ist das unproblematisch, für Remote-Interviews jedoch oft kritisch.

Browserbasierte Aufnahmetools wie Riverside oder Adobe Podcast benötigen uneingeschränkten Zugriff auf Kamera, Mikrofon und stabile Upload-Verbindungen. Werden diese blockiert, lässt sich das meist nicht spontan lösen.

Typische Einschränkungen

  • Vorgeschriebene oder gesperrte Browser
  • Aufnahmeplattformen benötigen Chrome oder Firefox
  • Aktive VPNs oder Content-Blocker
  • Gesperrte Uploads im Unternehmensnetzwerk

Praxis-Tipps

  • Plattform unbedingt vorab im Büro-Netzwerk testen
  • VPNs & Browser-Erweiterungen testweise deaktivieren
  • Wenn möglich: privates WLAN oder privaten Rechner nutzen

Ihr braucht noch Unterstützung beim Umgang mit Riverside, Adobe Podcast oder auch dem Setup über Zoom & Co.? Wir helfen euch gerne dabei und zeigen euch in einer Session alles Nötige, was man wissen muss. Gerne helfen wir euch auch beim idealen Setup in einer kurzen Session.

Schreibt uns einfach gerne eine Mail.

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Der rich­ti­ge Raum: A­kus­tik ent­schei­det über Pro­­fes­­sio­­na­­li­tät

Ein häufiger Fehler bei Remote-Aufnahmen ist die Wahl des falschen Raumes. Viele gehen davon aus, dass ein großes, helles oder „repräsentatives“ Zimmer automatisch besser geeignet ist. In Wahrheit verhält es sich oft genau umgekehrt.

Große, leere Räume mit harten Oberflächen erzeugen starken Hall. Dieser lässt Stimmen dünn, weit entfernt und unprofessionell wirken. Kleine, möblierte Räume hingegen schlucken Schall und sorgen für einen warmen, direkten Klang.

Der Raum ist damit ein entscheidender Teil des Audio-Setups – ganz ohne zusätzliche Technik.

Grundregeln

  • Ruhiger Raum
  • Fenster und Türen geschlossen
  • Keine laufenden Geräte

Praxis-Tipps

  • Vorhänge zuziehen
  • Teppich oder Decke auf den Boden legen
  • Kissen, Jacken oder Polstermöbel im Raum verteilen
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„Als früheres Bandmitglied habe ich sehr viel Zeit in Studios verbracht. Ich weiß, dass es nicht nur auf gute Technik ankommt, sondern erst die richtige Atmosphäre und ein gutes Setting das beste Ergebnis bringt.“

— Stephan Kochs
SK Stephan Kochs freigestellt web

Au­di­o-Set­up: Wa­rum gu­ter Ton wich­ti­ger ist als je­des Bild

Guter Ton ist das Fundament jeder Podcast- oder Interviewaufnahme. Zuschauer und Hörer sind bereit, bei der Bildqualität Abstriche zu machen – bei schlechtem Ton jedoch schalten viele sofort ab.

Zischende Stimmen, Hall, Echo oder Hintergrundgeräusche wirken anstrengend und mindern die Glaubwürdigkeit des gesamten Formats. Dabei lässt sich mit vergleichsweise einfacher Technik bereits ein großer Qualitätssprung erzielen.

Beste Wahl

USB-Mikrofone wie...

  • Blue Yeti
  • Rode NT-USB
  • Shure MV7+

Gute Alternativen

Hochwertige Headsets...

  • Apple AirPods Max
  • Sony WH-1000XM4

Mindestens akzeptabel

  • Earbuds mit integriertem Mikrofon

 

🚫 Nicht empfohlen:

  • Laptop-Mikrofon
  • Lautsprecher ohne Kopfhörer

Praxis-Tipps

  • Mikrofon etwa eine Handbreit vom Mund entfernt
  • Je nach Mikro-Art, entweder leicht seitlich oder frontal ins Mikro sprechen
  • Kopfhörer tragen

Vi­de­o-Set­up: Wa­rum Na­tür­lich­keit bes­ser wirkt als Per­­fek­­tion

Ein gutes Video muss nicht perfekt ausgeleuchtet oder technisch aufwendig sein. Viel wichtiger ist ein ruhiges, stabiles Bild, das Nähe schafft und den Fokus auf die sprechende Person legt.

Falsch positionierte Kameras – zu tief, zu hoch oder seitlich – wirken schnell unvorteilhaft und distanziert. Mit wenigen Handgriffen lässt sich hier bereits viel verbessern.

Empfehlungen

  • Externe Webcam (z. B. Logitech Brio, C920)
  • Alternativ: Laptop-Kamera

Praxis-Tipps

  • Bücher unter den Laptop legen, bis die Kamera passt
  • Kamera leicht über Augenhöhe platzieren
  • Bildschirm nah an die Kamera ziehen

Positionierung

  • Kamera auf Augenhöhe
  • Schultern und oberer Oberkörper sichtbar
  • Abstand etwa eine Armlänge
episode 07 marketing REBELKO KREATIV STUDIO PODCAST operations und noch mehr content marketing AGENTUR AACHEN DESIGN 01  WEB

Hin­ter­grund: Wa­rum das Um­feld die Wir­kung mas­siv be­ein­flusst

Der Hintergrund ist mehr als nur „das, was hinter einer Person passiert“. Er transportiert unbewusst Professionalität, Ruhe und Glaubwürdigkeit – oder eben Unruhe und Ablenkung.

Ein unaufgeräumter Hintergrund lenkt Aufmerksamkeit vom Gespräch ab. Zu sterile oder künstliche Hintergründe wirken hingegen distanziert. Ziel ist ein natürlicher, ruhiger Rahmen, der nicht vom Inhalt ablenkt.

Empfehlung

  • Aufgeräumt, ruhig, nicht überladen
  • Etwas Tiefe im Raum
  • Keine beweglichen Elemente

 

🚫 Vermeiden:

  • Virtuelle Hintergründe
  • Spiegel
  • Stark gemusterte Wände

Praxis-Tipps

  • 1–2 bewusste Elemente reichen völlig
  • Abstand zur Wand schaffen
  • Kamera-Vorschau vorab prüfen

Be­leuch­tung: Der größ­te He­bel für ein gu­tes Bild

Licht entscheidet darüber, ob ein Bild freundlich, klar und professionell wirkt oder müde und flach. Dabei braucht es keine aufwendigen Lichtsets – entscheidend ist die Richtung und Weichheit des Lichts.

Gesichter sollten von vorne oder leicht seitlich beleuchtet sein. Licht von oben oder von hinten erzeugt unvorteilhafte Schatten oder Silhouetten.

Optimales Setup

  • Weiches Licht von vorne oder leicht seitlich
  • Ring-Light oder LED mit Softbox
  • Fenster mit Gardine

 

🚫 No-Gos:

  • Fenster im Rücken
  • Nur Deckenlicht
  • Direktes Sonnenlicht

Praxis-Tipps

  • Licht leicht über Augenhöhe platzieren
  • Gardine als Diffusor nutzen
  • Tischlampen kann man mit günstigen Diffusor-Folien weicher machen
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Klei­dung & Auf­tre­ten: Ru­hi­ge Bil­der wir­ken pro­­fes­­sio­­nel­ler

So wichtig Technik, Licht und Bildausschnitt auch sind – am Anfang steht immer etwas ganz anderes: sich wohlzufühlen. Denn ein entspanntes Gespräch entsteht nur dann, wenn sich die sprechende Person sicher, bequem und authentisch fühlt. Genau das überträgt sich unmittelbar auf Stimme, Körpersprache und Präsenz vor der Kamera.

Kleidung und Auftreten sollten daher nicht primär nach strengen Regeln gewählt werden, sondern nach dem Prinzip: Was unterstützt ein ruhiges, natürliches Auftreten? Wer sich in seiner Kleidung unwohl fühlt, wirkt schneller angespannt oder unruhig – selbst bei perfektem Setup.

Gleichzeitig haben Kleidung und Körpersprache natürlich Einfluss auf die Bildwirkung. Ziel ist ein stimmiges, ruhiges Gesamtbild, das den Inhalt unterstützt und nicht vom Gesagten ablenkt. Weniger Ablenkung im Bild sorgt dafür, dass sich Zuschauer und Zuhörer ganz auf das Gespräch konzentrieren können.

Empfehlungen

  • Kleidung wählen, in der man sich sicher und wohl fühlt
  • Einfarbige, ruhige Farben bevorzugen
  • Keine stark reflektierenden Materialien
  • Keine raschelnden Stoffe

Praxis-Tipps

  • Outfit kurz vor der Kamera testen: Wirkt es ruhig?
  • Bequem sitzen, Füße flach auf dem Boden
  • Ruhige Bewegungen – Gelassenheit überträgt sich

Kurz vor der Auf­nah­me: Die let­zten Mi­nu­ten ent­­schei­­den

Kurz vor dem Start lohnt sich ein letzter bewusster Moment. Kleine Anpassungen sorgen dafür, dass die Aufnahme ruhig beginnt und nicht von Hektik geprägt ist.

Letzter Check

  • Programme schließen
  • Smartphone stummschalten
  • Wasser bereitstellen
  • Kamera- und Licht prüfen

Praxis-Tipps

  • Stilles Wasser im Glas
  • Kurz durchatmen & aufrichten
  • Einen Testsatz laut sprechen
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Fa­zit: Tech­nik ist Mit­tel zum Zweck

Ein gutes Remote-Interview entsteht nicht durch teure Ausrüstung, sondern durch klare Vorbereitung, bewusstes Setup und ruhige Rahmenbedingungen. Technik sollte unterstützen, nicht dominieren.

Wer diese Grundlagen berücksichtigt, schafft optimale Voraussetzungen dafür, dass Inhalte, Stimmen und Persönlichkeiten wirken können – genau darum geht es bei Podcasts und Interviews.

Ihr möchtet diese Punkte noch einmal vertiefen und ein Profi für Remote-Interviews & Podcasts werden? Wir helfen euch gerne dabei und unterstützen euch als Sparringspartner bei euren Aufnahmen. Schreibt uns einfach gerne eine Mail. 😊

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